
Pia Maranca, Westfalenpost

Sorgten für Stimmung und summende Ohren in der Höhle: die Vuvuzelas. Foto: Richard Elmerhaus
Mehr als 1 000 Fans haben Sonntagabend den Sieg der deutschen Mannschaft über Australien gefeiert. Beim 1:0 war der Jubel groß, beim 4:0 bebte die Tribüne unter den Hunderten trampelnder Füße, und ab 22.20 Uhr feierte die Höhle den ersten Sieg von Löws Elf.
Der Radiosender Einslive hatte die Balver Höhle bereits am Mittag als einen der „ungewöhnlichsten Orte fürs Public Viewing“ im Sendegebiet gekürt. Und diesem Aufruf schienen auch einige Auswärtige gefolgt zu sein.
In der Höhle war es schon Stunden vor dem Anpfiff laut: Viele Städte haben bei ihrem Public Viewing die Vuvuzelas, die lautstarken Tröten aus Südafrika, verboten – nach einer Empfehlung des NRW-Umweltministeriums, das in den Lautstärke-Weltmeistern eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefährdung sieht. In der Balver Höhle waren die Blasinstrumente erlaubt: Das machte zwar Stimmung, sorgte aber am Ende auch für summende Ohren.
Die Stimmung blieb trotzdem durchweg gut und friedlich. Gefeiert wurde gemeinsam: Bei der Nationalhymne der Australier stand allerdings nur eine auf und sang lauthals mit. Die Australierin Beth Pauley (19) lebt derzeit für ein Jahr in Neuenrade. Die mögliche Niederlage nahm die 19-Jährige schon in der Halbzeit sportlich: „Die Deutschen werden gewinnen, aber einer muss die Australier ja unterstützen.“
Und Balve hatte am Ende nicht nur einen der ungewöhnlichsten Orte für die Übertragung des ersten Deutschland-Spiels, sondern auch echte Stadion-Atmosphäre: Denn die linke Hälfte der Tribüne kann mit Trommeln, Fahneschwenken und Schlachtgesängen ganz locker mit der Dortmunder Südkurve und Co. mithalten.