Die Zahl der Besucher kann die Schützenbruderschaft nur schätzen. So hat sie am Samstagabend zwar mit 1100 Eintrittskarten etwa 150 weniger verkauft als im vergangenen Jahr, trotzdem meinte Schatzmeister Wolfram Schmitz gestern, die Höhle sei „gefühlt voller“ gewesen als am Schützenfestsamstag des Vorjahres. Nach seiner Theorie hatten mehr Mitglieder der Bruderschaft, die keinen Eintritt zahlen müssen, das Fest besucht. Brudermeister Engelbert Prinz von Croy war aufgefallen, dass am Sonntag mehr Menschen an den Straßen gestanden hatten, um den großen Festzug zu verfolgen. Die Höhle war jedoch am Sonntag
Einfluss auf den Getränkeumsatz hatte nach Auffassung des Vorstandes aber auch das Vogelschießen am Montag, das außergewöhnlich lange gedauert hatte. Erst nach knapp zwei Stunden hatte Stefan Rademacher den letzten Rest des Vogels abgeschossen. „Das hat uns einiges an Bierumsatz gekostet“, ist Wolfram Schmitz sicher. Dem Vogelbauer wollen die Schützen deshalb aber keinen Vorwurf machen. „Unsere Vorgabe ist, dass der Vogel etwa 100 Schüsse aushalten soll, und das hat bisher meistens geklappt.“ Diesmal fielen allerdings 144 Schüsse, bis der neue König feststand.
Die Forschung nach den Ursachen dafür ist müßig. Ab dem nächsten Jahr wird sich beim Vogelschießen ohnehin einiges ändern. Sogar ein Salvenschießen scheint nicht ausgeschlossen. Vor allem aber wird bis zum Schützenfest 2011 eine neue Vogelstange errichtet werden. Damit trägt die Bruderschaft den Sicherheitsaspekten Rechnung, die ein Sachverständiger eingefordert hatte. So wird die neue Stange um etwa ein Drittel niedriger sein, während der Kugelfang größer wird. Auch eine neue Lafettenhalterung für die Gewehre muss errichtet werden. Vielleicht werden sogar noch neue Gewehre angeschafft. Der Vorstand rechnet für all das mit einer Investition in Höhe von etwa 15 000 Euro.
Auf der neuen Schießanlage werden am Samstag, 27. August 2011, auch die Schützenkönige aus dem gesamten Märkischen Kreis ihren König ermitteln. Das Kreiskönigsschießen findet im nächsten Jahr nämlich erstmals in Balve statt. Eine Woche später ist die Balver Höhle außerdem Schauplatz des Bundesjungschützentages, zu dem 1500 Jungschützen aus dem gesamten Sauerländer Schützenbund erwartet werden.